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Wie sind Sie dazu gekommen,
Bücher zu schreiben?
Schon als Kind habe ich
mir Geschichten ausgedacht. In der Sonntagsausgabe
unserer Tageszeitung konnte ich manche davon veröffentlichen
und damit mein Taschengeld aufbessern. Das Bücherschreiben
kam dann nach dem Studium.
Wollten Sie schon immer
Schriftsteller werden?
Zumindest wollte ich immer
schreiben. Anfangs war ich mir noch nicht bewusst,
ob ich lieber Schriftsteller oder Journalist werden
sollte, deshalb bin ich am Ende beides geworden.
Wie kommen Sie auf
neue Ideen für Ihre Bücher?
Es gibt so viele Anregungen:
Wenn ich spazieren gehen, im Café oder
Park sitze, mit meiner Frau oder mit Freunden
rede, fernsehe oder Radio höre... Ideen kommen
und gehen. Nur wenige bleiben. Vor allem jene
Ideen setzen sich fest, die Themen berühren,
welche mich irgendwann besonders interessieren:
Obdachlosigkeit und Scheidung, Zeitreisen und
Zukunft, Mittelalter und Römerzeit, Schulamok
und Satanismus… Eine Idee wächst weiter
und überlagert bald alle anderen –
bis daraus ein Buch oder eine Geschichte entsteht.
Schreiben Sie Ihre
Bücher zu Hause?
Meistens arbeite ich vom
Schreibtisch aus, im Sommer gehe ich aber auch
in den Park oder zum Schreiben ins Café.
Da kann man sich so schön ablenken lassen…
Haben Sie feste Zeiten, an denen Sie schreiben?
Ja. Spätestens um
neun sitze ich am Schreibtisch und arbeite dann
bis zwei oder halb drei. Der Nachmittag gehört
meinem Sohn Joshua.
Ist in Ihren Büchern
alles erfunden oder manches auch echt?
Wenn sich Schriftsteller
Geschichten ausdenken, greifen sie auf manches
zurück, was sie kennen. Ich selbst recherchiere
vorher gründlich. So habe ich etwa für
die „Verschollen…“-Romane viel
über die Römerzeit („168“),
das Mittelalter („1227“) oder auch
die wahrscheinliche Zukunft („2033“)
gelesen und mir historische Stätten oder
Schauplätze für meine Romane angesehen,
damit ich alles möglichst realistisch darstellen
konnte. Die Geschichte selbst sowie die Figuren,
die darin mitspielen, sind natürlich erfunden,
wenngleich einige der Protagonisten Vorbilder
in der Wirklichkeit haben.
Wie wählen Sie
die Namen Ihrer Helden aus?
Bei manchen Namen habe
ich mich von Menschen inspirieren lassen, die
ich kenne. Für andere blättere ich im
„Kleinen Buch der Vornamen“ und probiere
an den Figuren so lange Namen aus, bis einer von
ihnen passt.
Warum haben Sie den
Helden in den „Verschollen…“-Büchern
Nelson genannt?
Weil ich – wie Nelsons
Vater im Roman – den ehemaligen südafrikanischen
Präsidenten Nelson Mandela bewundere, der
für seine Überzeugungen sogar ins Gefängnis
ging.
Wie kamen Sie auf die
Idee mit der Zeitreise in den „Verschollen…“-Büchern?
Ich hatte mir schon öfter
die Frage gestellt, ob Zeitreisen zumindest theoretisch
möglich sein könnten. Irgendwann fing
ich an nachzuforschen und erfuhr dabei, dass sich
auch bekannte Physiker wie Stephen Hawking ernsthaft
mit diesem Thema befasst haben. Ihre wissenschaftlichen
Erkenntnisse zugrunde legend, entstand die Idee,
eine Zeitmaschine zu konstruieren, die es so oder
so ähnlich wirklich geben könnte. Schließlich
brauchte es noch einen genialen Helden, der die
Theorie in die Tat umsetzen könnte. Das war
die Geburtsstunde von Nelson, dem kurz darauf
Levent, sein ebenso genialer Mitschüler,
folgte…
Wie lange brauchen
Sie für ein Buch?
Das ist ganz unterschiedlich
und hängt natürlich auch davon ab, was
in meinem Leben sonst noch so los ist. Wenn’s
gut läuft, ist ein Roman in einem Jahr fertig,
kleinere Bücher dauern halb so lang.
Wie oft überarbeiten
Sie Ihre Bücher?
Manche Sätze, Passagen
oder Kapitel ändere ich oft, andere muss
ich gar nicht überarbeiten. Das hängt
auch von der Tagesform ab, in der ich die erste
Fassung notiere. Bis das Buch so ist, wie ich
mir das wünsche, habe ich es bestimmt fünf
bis zehn Mal komplett überarbeitet. Außer
mir schaut auch noch meine Frau drüber, dann
liest es die Lektorin und schließlich ein
Korrektur, der das Manuskript hauptsächlich
nach Rechtschreibfehlern durchforstet.
Macht es Ihnen Spaß,
Bücher zu schreiben?
Natürlich, sehr sogar.
Am schönsten ist jene Schaffensphase, in
der ich mir eine neue Geschichte ausdenke mit
einem guten Anfang und einem spannenden Ende,
mit Helden und Widersachern, einer bunten Kulisse,
verschlungenen Pfaden, usw. Aber Schreiben bedeutet
auch eine Menge Arbeit: Wenn die Sätze nicht
so klingen, wie sie sollten, sich die Geschichte
nicht so entwickelt, wie sie eigentlich geplant
war, Dialoge hölzern oder Szenen unlogisch
sind, dann bedeutet das, so lange daran zu feilen,
bis alles stimmt. Oder wie es einmal ein Kollege
formuliert hat: Schreiben bedeutet zehn Prozent
Inspiration und neunzig Prozent Transpiration…
Achten Sie bei ihren
Kinderbüchern auf eine für die Altersgruppe
angemessene Sprache?
Ja und nein. Wenn ich ein
Kinderbuch schreibe, stelle ich mir vor, dass
auch erwachsene Leser daran Spaß haben sollen.
Damit wächst auch der Anspruch an die Sprache.
Auf der anderen Seite schreibe ich für Achtjährige
sicher anders als für 16-Jährige, denen
man auch zumuten darf, einmal länger über
einen Satz zu grübeln…
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